Das Routinelabor der Nephrologie wird von den Biomedizinischen Analytikerinnen Anna Schlögl und Ulrike Corazza betreut.
Folgende Spezialanalysen werden in unserem Labor durchgeführt:
Diese Untersuchung wird häufig bei PatientInnen mit Proteinurie (Eiweißausscheidung im Urin) durchgeführt. Dabei wird die Urinprobe auf ein Gel aufgetragen und durch Anlegen von Gleichstrom aufgetrennt.
Dabei werden die Proteine (Eiweißmoleküle) nach der Molekülgröße aufgetrennt, was dem Nephrologen/der Nephrologin Aufschluss über den Ort und das Ausmaß der Nierenschädigung gibt.
PatientInnen nach Nierentransplantation können gelegentlich virale Infektionen des Transplantats, wie z. B. eine Polyomavirus-Nephropathie, erleiden. Um diese Infektion nachweisen zu können, wird der Harn, das Blut (Serum) und schließlich auch das Nierengewebe (siehe Nierenbiopsie) untersucht.
Für die Harnanalyse, welche in unserem Labor durchgeführt wird, werden 50 ml Harn in mehreren Zentrifugationsschritten abzentrifugiert, und es wird ein Zytopräparat erstellt. Dieses Präparat wird PAP-gefärbt und auf das Vorhandensein von Decoy-Zellen untersucht. Diese Zellen sind ein Hinweis für eine Polyomavirus-Infektion bei nierentransplantierten PatientInnen.
An der nephrologischen Klinik in Innsbruck werden pro Jahr ca. 100 Nierenbiopsien durchgeführt (ca. 50 % Eigennieren und ca. 50 % Transplantate).
Die Proben werden in unserem Labor eingebettet und zur Durchführung der erforderlichen Spezialfärbungen der Paraffinschnitte an die Pathologie geschickt.
Die Gefrierschnitte werden noch am Tag der Biopsie mit verschiedenen Antikörpern inkubiert, und mittels Immunfluoreszenz in unserem Labor ausgewertet.
Die verschiedenen Schnitte der Biopsie sind für die Diagnostik von verschiedenen Nierenerkrankungen, wie z. B. Glomerulonephritiden bzw. auch zur Diagnose einer Transplantatabstoßung von essentieller Bedeutung und werden von OÄ Dr. Dorothea Heininger in Zusammenarbeit mit der hiesigen Pathologie befundet.
Das Alport-Syndrom ist die häufigste vererbbare Erkrankung, die zu progressiver Niereninsuffizienz und schließlich zu dialysepflichtigem Nierenversagen führt. Bei dieser Krankheit kommt es - bedingt durch eine Mutation - zur Fehlbildung der Bindegewebsfasern Kollagen Typ IV.
Eine Diagnose wird durch die Untersuchung des Nierengewebes und/oder des Hautgewebes gestellt. Dabei werden Gefrierschnitte angefertigt und mit immunfluoureszenzmarkierten Antikörpern gegen Kollagen Typ IV gefärbt. Fehlt dieses Kollagen, so besteht der der dringende Verdacht auf das Vorliegen eines Alport-Syndroms.
In der Bluthochdruckabklärung werden mit der Pulswellenanalyse und der Impedanzkardiographie zwei neue Untersuchungsmethoden eingesetzt. Ziel ist es, die Blutdrucktherapie für die PatientInnen zu individualisieren.