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Meduni Innsbruck

Universitätsklinik für Innere Medizin IV

Innsbruck

Nephrologie und Hypertensiologie

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Dialyse

Was ist Dialyse?

Dialyse ist eine künstliche „Blutwäsche“, d.h. es werden viele Aufgaben der Nieren - wie die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Salzen sowie der Ausgleich des Wasser- und Säure-Basenhaushaltes - durch eine spezielle Behandlung übernommen. Ohne diese könnten PatientInnen, deren Nieren nicht mehr arbeiten, nicht überleben.

Es gibt verschiedene Dialyseverfahren; am häufigsten werden die Hämodialyse und die Peritonealdialyse angewendet.

Hämodialyse

Bei der Hämodialyse wird das Blut über eine (meist) am Arm angelegte arteriovenöse Fistel, den sogenannten Shunt, oder einen besonderen Venenkatheter entnommen und außerhalb des Körpers im Dialysator gereinigt.

Hämodialyse

Hierzu wird das Blut über eine semipermeable Membran geleitet und durch Diffusionsvorgänge zwischen dem Blut und einer speziellen „Waschflüssigkeit“ von den harnpflichtigen Substanzen befreit. Auch überschüssiges Wasser wird so entfernt.

Nach dieser Reinigung wird das Blut dann wieder dem Körper zurückgeführt. Eine Dialysebehandlung dauert im Durchschnitt 4 Stunden. Es sind meistens drei solcher Behandlungen pro Woche notwendig.

Die Hämodiafiltration ist ein Verfahren, welches der konventionellen Dialyse ähnlich ist und bei bestimmten Begleiterkrankungen der PatientInnen zum Einsatz kommt.

Peritonealdialyse

Bei dieser Dialyseform wird die Fähigkeit des Bauchfells (das sogenannte Peritoneum) ausgenutzt, das Blut von harnpflichtigen Substanzen zu befreien. Das Peritoneum dient sozusagen als Filter zwischen dem Blut, das den Bauchraum durch kleine Blutgefäße durchfließt, und einer Dialysatflüssigkeit, die von außen zwischen die Darmschlingen gefüllt wird. Die harnpflichtigen Substanzen gelangen vom Blut durch das Peritoneum (= Filter) in diese Dialysatflüssigkeit, welche mehrmals täglich ausgewechselt wird.

Um diese Wechsel durchführen zu können, wird dem Patienten/der Patientin ein Katheter in die Bauchwand eingesetzt, welcher dort auch permanent verbleibt. Diese Dialysebehandlung wird für gewöhnlich zuhause durchgeführt.

Eine typische Peritonealdialysebehandlung sieht 3 - 4 tägliche Wechsel von ca. 1500 - 2500 ml Dialysatflüssigkeit vor - an 7 Tagen in der Woche.

Dialyse in Innsbruck

Transport zur Dialyse

Die Dialyseabteilung betreibt derzeit 12 Dialyseplätze, davon ein räumlich getrennter Platz für PatientInnen mit Hepatitis B und C. Eine neue Dialysestation wird derzeit gebaut. Diese Einheiten werden pro Tag in 3 Schichten genutzt.

Neben ambulanten werden auch stationäre PatientInnen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder akutem Nierenversagen dialysiert.

Pro Jahr werden in Innsbruck ca. 7.500 Hämodialysen durchgeführt.

PatientInnen mit einer chronischen Verschlechterung der Nierenfunktion, bei denen zu erwarten ist, dass eine Dialysebehandlung bald notwendig sein wird, werden im persönlichen Gespräch mit ÄrztInnen und Schwestern/Pflegern der Dialyse über diese Behandlung aufgeklärt. Für PatientInnen mit Peritonealdialyse bestehen entsprechende Räumlichkeiten auf der Dialysestation.

Der Aufgabenbereich der Peritonealdialyse-Ambulanz umfasst die Aufklärung der PatientInnen und der Angehörigen über diese Form der Dialyse, die Schulung der PatientInnen sowie monatliche Kontrollen im Rahmen des chronischen ambulanten Peritonealdialyse-Programms.

Die Ambulanzöffnungszeiten sind Montag bis Freitag 13 Uhr bis 17 Uhr.

Neben der Hämo- und Peritonealdialyse werden an unserer Abteilung auch

Plasmapheresen und Immunadsorptionsverfahren

durchgeführt.

Unter einer Plasmapherese versteht man ein Verfahren, bei dem das Plasma des Patienten/der Patientin durch Filter oder Zentrifugation abgetrennt und entweder durch Plasma gesunder SpenderInnen oder durch eine Eiweiß(Albumin)lösung ersetzt wird. Dadurch können „schädliche“ Moleküle aus dem Blut entfernt und durch „gesunde“ ersetzt werden.

Dieses aufwändige Verfahren wird vor allem zusammen mit einer starken Immunsuppression bei lebensbedrohlichen Autoimmunerkrankungen mit Beteiligung nicht nur der Nieren, sondern auch anderer Organe (z. B. Lunge) eingesetzt. So können vor allem gefährliche Lungenblutungen beim Goodpasture Syndrom und beim Morbus Wegener effektiv therapiert werden.

Auch die thrombotisch-thrombopenische Purpura und das hämolytisch-urämische Syndrom werden mit Plasmapherese behandelt.

Die Immunadsorption stellt wiederum ein Verfahren dar, bei dem Antikörper aus dem Blut des Patienten/der Patientin selektiv entfernt werden können. Diese Therapie wird ergänzend zur herkömmlichen immunsuppressiven Therapie bei verschiedenen Erkrankungen durchgeführt, z. B. Hemmkörperhämophilie, Guillain-Barré-Syndrom, thrombotisch-thrombopenische Purpura, Myasthenia gravis, bestimmte Formen der Abstoßung nach Nierentransplantation (humoral), Vorbereitung zur Nierentransplantation (hoher Sensibilisierungsgrad der potentiellen EmpfängerInnen, Transplantation bei Blutgruppenunverträglichkeit), Pemphigus vulgaris, multiple Sklerose, systemischer Lupus Erythematodes etc.

Ähnlich wie bei der akuten Hämodialyse benötigen PatientInnen für eine Plasmapherese oder eine Immunadsorption einen speziellen zentralvenösen Katheter.

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Direktor: Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer

Tel: +43 (0) 50504 25855, Fax: +43 (0) 50504 25857